Geschichte

Geschichte der Schützenfeste

Die Geschichte des Schützenwesens ist mehr als 600 Jahre alt und hat sich aus mittelalterlichen Bürgerwehren und aus Schießübungen der Handwerksgilden begründet.
Die Bürgerwehr Soltau wird erstmalig 1468 in dem alten Rat- und Stadtbuch erwähnt. In dieser Zeit waren die Städte auf sich gestellt und daher bestrebt wehrfähige junge Männer auszubilden. In einer Polizeiverordnung von 1564 ist erstmals eine landesherrliche Verfügung über Schützen und Pfingstgildeschießen genannt. In dieser Verfügung wird das Vogelschießen und Feiern (ein Vorläufer des heutigen Schützenfestes) eingeschränkt erlaubt:

"Alldiweil aber die Schützengilde, so jährlich umb Pfingsten gehalten wird, eine ehrliche Gesellschaft ist, so mag dieselbe bleiben, gleichwol soll sie nur einen tag währen und gegen abend zum längsten um neun uhren ein jeder wiederumb zu hauß gehen, und keine längere Zeche, auch durchauß keine Tänze dabey gehalten werden."

Ab 1710 war es mit den altertümlichen "Schützenfesten" dann aber vorbei. In einem Schreiben der kurfürstlichen Regierung unter Führung von Kurfürst Georg I. wurden diese Feste verboten, da sie in vielen kleinen Orten zu "Gesöf und andern liederlichen Händeln" geführt hätten. Georg II. aber hob 1741 dieses Verbot wieder auf. Mit dieser Erlaubnis begann ein fast alljährlich wiederkehrendes Scheibenschießen mit dem dazugehörigen Feiern von Schützenfesten. Im Archiv der Stadt Soltau wird anno 1743 ein Scheibenschießbuch erwähnt.
Seit dem Jahre 1814 erhielt der amtierende König eine Königskette. Seit 1831 stiftet jeder amtierende König eine Medaille mit seinem Namen, die an der Königskette befestigt wird. Von 1743 bis heute sind alle Könige der Schützengesellschaft Soltau namentlich bekannt. Unterbrochen wurde diese Reihenfolge nur wenn durch Armut oder Kriege kein Scheibenschießen stattfinden konnte.
Nach dem ersten Weltkrieg wurde das erste Mal im Jahr 1921 wieder gefeiert. Aus der Schützengesellschaft entstand eine Schützengilde. Ein neuer Schießstand wurde an der Böhme gebaut und der Schützenplatz diente damals schon als Festplatz. 1935 vereinigte sich das Landrott mit der Stadtgilde zur Schützengilde Soltau Stadt und Land e.V. . Bis 1934 feierte man Schützenfeste in Frack und Zylinder mit Eichenlaub und weißen Handschuhen. Erst danach setzte sich die heute noch bekannte grüne Schützenkleidung durch. Durch den Zweiten Weltkrieg konnten bis 1949 keine Schützenfeste gefeiert werden. Erst im Juni 1950 erteilte die britische Militärregierung dem damaligen Stadtdirektor Dr. Peterßen als Gildeherren die Erlaubnis ein Schützenfest in Soltau zu feiern. Der Spielmannszug unter Führung von Jochen Hoodt wird gegründet. Im Jahre 1958 wurde eine Jungschützengruppe unter der Leitung von Horst Mackenthun ins Leben gerufen und marschierte erstmals im Jahre 1960 mit.
Die Gründung einer Damengruppe im Jahre 1970, einer Sportpistolengruppe 1975, einer Jugendgruppe im Jahr 1976 und seit kurzem auch das Optronik- Schießen für Sehbehinderte komplettiert das Angebot der Schützengilde für alle Schießsportinteressierten Einwohner und Freunde der Stadt Soltau.